Auslandspraktika
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Unser Auslandspraktikum in Edinburgh/Schottland
Wir, Franziska und Nina, Schülerinnen der Klasse FM10a, haben vom 09.10- bis zum 07.11.2011 ein Auslandspraktikum in Schottland absolviert. Unsere Praktikumsstelle war die ,"National Library of Scottland“ in Edinburgh. Für uns war dieses einmonatige Praktikum beruflich wie privat eine gute Erfahrung.
In beruflicher Hinsicht haben wir eine andere Art Bibliothek kennengelernt. Wir konnten die Unterschiede zwischen einer öffentlichen und einer National Bibliothek feststellen. Zum einen unterscheiden sich die Bestände voneinander. Eine öffentliche Bibliothek schafft Medien an, die für die Leser von Interesse sind. Eine National Bibliothek sammelt jedoch alle Medien, die in dem jeweiligen Land herausgegeben wurden, Medien die von Autoren des Landes geschrieben wurden und sämtliche Werke über das Land. Weiterhin unterscheiden sich die Arbeitsabläufe, z.B. die Ausleihe. In einer öffentlichen Bibliothek gibt es sehr viel Publikumsverkehr und die Angestellten arbeiten jeden Tag für einige Stunden direkt mit den Lesern zusammen. In einer National Bibliothek gibt es weniger Publikumsverkehr und es gibt nur einen kleinen Teil der Angestellten, die direkt mit den Lesern arbeiten.
Weiterhin haben wir einige Interessante Abteilungen besichtigt, wie z.B. die Restauration von Büchern, in der z.B. alte Bücher neu gebunden werden. Lehrreiche Erfahrungen machten wir auch im Bereich der Katalogisierung. Dort konnten wir Büchern eine neue Signatur vergeben und so das Programm kennen lernen.
Auch privat konnten wir eine Reihe lohnender Erfahrungen sammeln. Zum Beispiel haben wir erlebt, wie das tägliche Leben dort abläuft. Außerdem konnten wir in der Zeit unsere Englischkenntnisse erheblich verbessern. Weiterhin haben wir schnell neue Kontakte geknüpft, da die Menschen in Edinburgh sehr gastfreundlich sind. Uns war es zudem wichtig, dass uns die Möglichkeit geboten wurde, die Stadt und deren vielfältige Sehenswürdigkeiten zu erkunden.
Fazit:
Wir würden es beide jedem, der diese Möglichkeit angeboten bekommt empfehlen, so ein Praktikum zu machen. Denn sowohl die persönlichen als auch beruflichen Erfahrungen, die man dadurch mitnimmt, sind es wert. Uns hat es sehr viel Spaß gemacht, und wir würden das unter jeden Umständen noch mal machen!
Schottland, 09.10.11 - 07.11.11, Nina und Franziska (FM10a)
Bericht über das Auslandspraktikum in Edinburgh
Vom 10.10.10 – 31.10.10 absolvierten wir ein Praktikum in Edinburgh, in der National Library of Scotland (NLS). Als Nationalbibliothek hat die NLS das Pflichtexemplarrecht. Dies bedeutet, dass alle Verlage in Großbritannien dazu verpflichtet sind, ein Exemplar jeder Publikation kostenfrei der NLS zuzusenden, damit diese sie verwahrt. Auch Verlage im Ausland sind dazu verpflichtet, wenn eine Publikation übersetzt wurde oder von Großbritannien handelt.
Wir wohnten sehr zentral in einer Ferienwohnung in der Jeffrey Street, die eine halbe Stunde zu Fuß von der National Library of Scotland entfernt war.
Um 9.00 Uhr fing unser Arbeitstag an und er endete um 16.00 Uhr. Am ersten Tag bekamen wir einen Stundenplan, der uns sagte, welche Abteilung wir wann besuchen würden.
Außerdem wurden uns sämtliche Mitarbeiter der beiden Abteilungen, mit denen wir hauptsächlich arbeiteten, vorgestellt.
Dann führte man uns zu unseren Arbeitsplätzen, die wirklich gut ausgestattet waren. Außerdem hatte man uns im Mailverteiler und im Mitarbeiterverzeichnis aufgenommen.
Uns wurde gezeigt, wie wir neue Medien im System verzeichnen und ihnen eine Signatur geben. Dies und das Signieren von Theaterprogrammen, waren unsere Hauptaufgaben in den drei Wochen, denen wir immer nachgingen, wenn Zeit zwischen den Besuchen in den verschiedenen Abteilungen blieb.
Dort haben wir die Aufgaben und Zuständigkeiten der einzelnen Mitarbeiter erklärt und gezeigt bekommen.
Außerdem wurde uns so viel wie möglich über die National Library of Scotland, ihre Aufgaben und ihre Geschichte erzählt. Jeder der für uns zuständigen Mitarbeiter gab sich sehr viel Mühe und war immer für Rückfragen erreichbar.
Wir haben uns wirklich sehr wohl gefühlt und hatten eine tolle Zeit. Natürlich war es auch sehr anstrengend, aber es blieb dennoch Zeit für Freizeitaktivitäten. Wir machten Ausflüge in die Highlands und nach St. Andrews, lernten ganz Edinburgh kennen und wurden zu einem sehr britischen Tee-Nachmittag von unseren Kolleginnen eingeladen.
Wir hatten sehr viel Spaß und konnten wertvolle Erfahrungen sammeln, daher ist ein Praktikum in der National Library of Scotland nur zu empfehlen.
Anna-Lena Sprenger und Stephanie Semm, FM08a
Mein Praktikum im Charles Dickens Museum
Im Rahmen meiner Ausbildung zur Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste habe ich mich über meine Berufsschule für das "Leonardo Da Vinci“-Projekt (europäisches Programm zur Förderung für die berufliche Bildung) beworben, um ein Auslandspraktikum, konkret ein Praktikum im Charles Dickens Museum in London, absolvieren zu dürfen. Über gute Kontakte der Leiterin des Heinrich-Heine-Instituts, Frau Brenner-Wilczek, hatte ich dort schnell einen Praktikumsplatz gefunden.
Das Stipendium habe ich erhalten und konnte damit die Unterkunft bezahlen, die ich über das Internet gefunden habe. Nachdem der Flug gebucht war, stand meinem Praktikum nichts mehr im Weg.
Ende August trat ich meine Reise nach London an.
Ich war sehr aufgeregt und hoffte, dass meine Englischkenntnisse genügen würden. Schnell stellte sich heraus, dass meine Sorgen unbegründet waren. Die Menschen in London sind sehr aufmerksam und verständnisvoll, auch wenn ich mal nicht das richtige Wort benutzt oder nach einem passenden länger suchen musste.
Vorweg möchte ich Charles Dickens vorstellen:
Er war einer der bedeutendsten britischen Schriftsteller der realistischen Literatur des 19. Jahrhunderts. Er schrieb humoristische aber auch gesellschaftskritische Werke. ("Oliver Twist“, "Eine Weihnachtsgeschichte“ oder Nicholas Nickleby) Er war einer der Ersten, der hauptberuflich Schriftsteller war und mit dieser Tätigkeit genug Geld für seinen Lebensunterhalt verdienen konnte.
Nach dieser Kurzvorstellung möchte ich nun von meiner Tätigkeit im Charles Dickens Museum (CDM) berichten:
Das CDM findet man in der Doughty Street 48. Dort hat Charles Dickens vom März 1837 bis Dezember 1839 gewohnt und an seinen Werken gearbeitet. Zurzeit wird das Museum auf die Hausnummer 49 erweitert. Da dieses Haus aber unter Denkmalschutz steht, erfordert die Planung viel Geduld, Zeit und leider auch Geld.
Meine Hauptaufgabe bestand darin, bereits archivierte Charles Dickens Korrespondenzen in eine Datenbank einzugeben, damit diese zukünftig via PC und bald per Internet zu recherchieren sind. Dies war besonders spannend, da ich alle originalen Briefe ansehen und anfassen konnte!
Ich habe damit angefangen, alle zur Verfügung stehenden Informationen zu den Briefen zu sammeln und in einer Liste festzuhalten. Diese Informationen konnte ich in verschiedenen Katalogordnern und -karten sowie im Accession Register (dort werden alle Materialien aufgeführt, die in den Bestand des CDM übernommen werden) finden und festhalten. Aber auch die Briefe selbst konnte ich als Quelle heranziehen. Eine Aufgabe, die ich sehr gut erfüllen konnte, da ich im Heinrich-Heine-Institut anhand meiner Arbeit am Karlhans Frank Nachlass gelernt habe, wie man Briefe archiviert und in einer Datenbank erfasst. Im CDM fehlte es zurzeit noch an Erfahrungen, wie in einer Datenbank erschlossen wird, da dies in der Vergangenheit nur auf konventionelle Art geleistet wurde. Es gab für die digitale Erfassung keine vorgeschriebenen Regeln, an die ich mich hätte halten können. Im HHI habe ich gelernt, mit den Regeln der RNA (Regeln zur Erschließung von Nachlässen und Autographen) in eine Datenbank einzupflegen.
Dies habe ich dann auch im CDM gemacht. Die Datenbank im HHI (The Museum System) lässt eine tiefere Erschließung zu als die im CDM (PastPerfect). Aber die wichtigsten Informationen zu den Briefen werden erfasst.
Als ich alle grundlegenden Informationen zu den Korrespondenzen ermittelt hatte, konnte ich mit der Eingabe in die Datenbank beginnen. In den vier Wochen, die ich dort gearbeitet habe, konnten ca. 450 Briefe erfasst werden. Dies ist ein Großteil der im CDM vorhandenen Briefe. Festhalten kann ich, im Vergleich zum Heinrich-Heine-Institut, dass die Erschließung mit der Datenbank im CDM wesentlich schneller geht, da diese nicht so komplex ist.
Unterstützt wurde ich bei der Erfassung von der Kuratorin Fiona Jenkins, die auch meine Ansprechpartnerin im Museum war.
Insgesamt hat mir die Arbeit im Dickens-Museum sehr gut gefallen, da ich mein Wissen, welches ich bisher in meiner Ausbildung erworben habe, auf ein anderes Fachgebiet übertragen und vor allem auch in einem anderen Land, erfolgreich anwenden konnte. Auch das Arbeitsklima im Museum war sehr angenehm. Alle waren nett, freundlich und zuvorkommend. Ich habe mich sehr wohl gefühlt.
Die Engländer, die ich im Alltag getroffen habe, vermittelten mir einen ähnlichen Eindruck.
Die Stadt London fand ich sehr ansprechend. Es gab so viel zu erleben und zu entdecken. Es hat Spaß gemacht, in der Woche ein ganz "normal arbeitender Londoner“, aber am Wochenende ein Tourist zu sein. So habe ich alle Seiten von London kennen lernen können. Besonders auffallend fand ich die Ruhe und Gelassenheit der Bewohner von London. Während eines Streiks des U-Bahnpersonals hatte ich den Eindruck, dass die Londoner Verständnis dafür hatten und alle über einen Plan verfügten, wie sie trotzdem zur Arbeit kommen konnten. In Deutschland regen sich die Bahnfahrer mehr darüber auf und zeigen kein Verständnis für einen Streik.
Als Fazit möchte ich festhalten, dass das Praktikum in London in vielerlei Hinsicht eine sehr gute Erfahrung war. Ich habe mein bereits erlerntes Wissen im Bereich Archiv gekonnt und zur Zufriedenheit des Museumsleiters Florian Schweizer anwenden können und hatte dabei keine größeren Schwierigkeiten Englisch zu sprechen.
Auch in persönlicher Hinsicht hat mir mein Londonaufenthalt viel gebracht: Ich bin zum ersten Mal ganz auf mich allein gestellt gewesen. Ich bin das erste Mal alleine geflogen, habe allein gewohnt, musste mir mein Essen selber besorgen und habe im Ausland gearbeitet. Dies war auch mein größtes Problem: Das Alleinsein. Aber ich bekam es in den Griff, da London sehr vielfältig ist und ich jeden Tag etwas Anderes, Abwechslungsreiches unternehmen und erleben konnte.
Nach dieser Erfahrung kann ich sagen, dass ich mich selbstständiger und auch selbstsicherer fühle. Ich bin und war ziemlich stolz auf mich, dass ich mich getraut habe, in England zu arbeiten. Diesen Schritt aber erst einmal zu machen hat lediglich geklappt, weil mir mein Freund, meine Familie, meine Freunde und meine Arbeitskollegen und Ausbilderin Mut zugeredet haben und mir mit Rat und Tat zur Seite standen. Danke!
Leider ging ein Monat dann doch schneller vorbei, als ich am Anfang gedacht hätte. Gerne wäre ich noch etwas geblieben.
Ich kann einen Auslandsaufenthalt nur empfehlen. Es macht sich gut im Lebenslauf, man lernt viele neue Menschen kennen und es formt die Persönlichkeit.
Vanessa Wassener-Jühe, FM09a
Auslandspraktikum in Durham
Mit der Hilfe der Stadt Kamp-Lintfort (meinem Arbeitgeber) und meinen Lehrern, hatte ich im März 2010 die Möglichkeit, an einem dreiwöchigen Auslandspraktikum teilzunehmen. Im letzten Jahr fand im Rahmen des Europatages eine Veranstaltung zum Thema „Auslandspraktikum“ in meiner Berufsschule statt. Dort erfuhr ich von anderen Schülern, die bereits ein Auslandspraktikum absolviert hatten, dass es die Möglichkeit gibt, im Ausland ein Praktikum zu machen. Ich war sofort von der Idee begeistert und habe angefangen, Informationsmaterial zu sammeln. Nachdem ich meinen Ausbildungsleiterinnen Katharina Gebauer und Elisabeth Obrecht von meinem Wunsch erzählt hatte, haben sie über die Partnerstadt (Chester le Street) den ersten Kontakt von Kamp-Lintfort nach Durham aufgebaut.
Geoff Pratt, der Manager der Clayport Library in Durham, war ebenfalls von der Idee begeistert und hat mir den Praktikumsplatz direkt zugesprochen. Nun ging die Organisation meines Auslandsaufenthaltes erst richtig los! Nachdem ich einen kostengünstigen Flug gebucht hatte, musste ich noch eine Unterkunft finden. Nach langem Suchen fand ich ein preiswertes youth hostel und meinem Auslandspraktikum stand nun nichts mehr im Wege.
Da das Auslandspraktikum in der Schulzeit stattfand, hatte mich meine Schule im März 2010 für drei Wochen vom Unterricht befreit.
Die Clayport Library in Durham ist im Jahre 2000 mit Kooperation der europäischen Union auf dem Millennium Place gebaut worden. Die Clayport Library ist mit 90.000 Medien die größte Bibliothek in einem Netzwerk von 39 Bibliotheken im County Durham. Das „Clayport“ liegt im Zentrum, und alle anderen 38 Bibliotheken sind in den Nebenstädten von Durham verteilt. Die Bibliothek erstreckt sich über 3 Etagen:
1. Reference Library
2. Leading Floor
3. Digital Media Suite
Die Reference Library ist eine Etage mit vielen Nachschlagewerken. Alte Karten und Fotos von Durham sind dort archiviert. Im Leading Floor findet die normale Buchausleihe statt, und dort ist auch die Kinderbücherei. In der Digital Media Suite sind alle Nonbooks sowieso 29 Internetarbeitsplätze untergebracht. Die Erwerbung und Katalogisierung findet an einem zentralen Ort für alle 39 Bibliotheken statt. Die Medien werden von dort aus regalfertig an die Bibliotheken verteilt. Im selben Gebäude ist auch das Bookstore in einer riesigen Halle, in der mehrere Millionen Medien gelagert werden. In allen 39 Bibliotheken können die Medien jeder Bibliothek zurückgegeben und aus anderen Bibliotheken vorgemerkt werden. Über einen zentralen Fuhrpark werden die Medien innerhalb von anderthalb Tagen verteilt.
Vier Tage vor Antritt meines Praktikums war ich bereits angereist, um mir Landschaft und Kultur in Durham anzusehen. Am darauffolgenden Montag begann mein Praktikum, und ich wurde schon am ersten Tag von allen Mitarbeitern gut aufgenommen. Anfangs hatte ich noch Probleme, den Dialekt in Nordengland zu verstehen, aber mit jedem Tag, den ich dort gearbeitet habe, merkte ich, dass ich immer besser klar kam. Meine Hauptaufgabe in dieser Zeit war die Mitarbeit in der Ausleihe und Kundenberatung. Dies hat meine englischen Sprachkenntnisse erheblich verbessert. Außerdem hat mir Geoff Pratt ermöglicht, in mehrere Bibliotheken reinzuschnuppern, u.a.:
1. Stadtbücherei Belmont
2. Stadtbücherei Chester le Street
3. Stadtbücherei Newton Hall
4. Zentrale Erwerbung und Katalogisierung (Bookstore)
Die drei Wochen in Durham waren unglaublich informativ und ein einmaliges Erlebnis. Das Arbeiten in einem anderen Bibliothekswesen hat mir sehr viel Spaß gemacht. Die Kultur und Landschaft in einem anderen Land kennen zu lernen, war sehr schön und anregend. Das einzige, was ich nicht vermissen werde, wird das englische Essen sein, weil ich mich damit nun wirklich nicht anfreunden konnte.
Auch am Wochenende und in der Freizeit konnte ich viele neue Eindrücke gewinnen. Ich habe Stadtrundführungen durch Edinburgh, York, New Castle, Sunderland und Chester le Street gemacht und war beim Fußballspiel Sunderland gegen Manchester City (1:1) dabei.
Zum Schluss möchte ich der Schule, meinen Lehrern und meinem Arbeitgeber DANKEN, dass sie mir diese Erfahrung und das Praktikum ermöglicht haben.
David Pape
Auslandspraktikum
Zwei Wochen Berufserfahrung in England gesammelt
Auszubildende in bestimmten Berufen, die einen guten Abschluss vorweisen können, haben die Möglichkeit, sich für eine Begabtenförderung zu bewerben - das gilt auch für Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste (FaMIs). Wie man dabei vorgeht, erklärt Iris Bollwerk:
Nachdem ich meine Ausbildung in der Bibliothek der Akademie Klausenhof in Hamminkeln (Nordrhein-Westfalen) im Jahr 2007 sehr erfolgreich abgeschlossen hatte, versuchte ich die Begabtenförderung zu erhalten. Um die Förderung zu beantragen, muss der Absolvent sich an die Stelle wenden, die für die Ausbildung zuständig ist. In meinem Fall war es die Bezirksregierung in Köln.
Folgende Voraussetzungen müssen gegeben sein, damit man die Förderung überhaupt beantragen kann:
- Ein Prüfungsergebnis von mindestens 87 Punkten oder ein Durchschnitt, der besser ist als die Note "gut" (Durchschnittsnote 1,9 oder besser); alternativ die besonders erfolgreiche Teilnahme an einem überregionalen Leistungswettbewerb oder der begründete Vorschlag eines Betriebes bzw. einer Berufsschule.
- Man muss nach der Ausbildung berufstätig oder arbeitslos sein (Hochschulabsolventinnen können nicht gefördert werden).
- Bei Aufnahme darf der Stipendiat nicht das 25. Lebensjahr vollendet haben. Durch Anrechnung bestimmter Zeiten, zum Beispiel Elternzeit, kann eine Aufnahme auch nach dem 25. Lebensjahr erfolgen. Diese Zeit ist auf drei Jahre begrenzt.
Weitere Informationen gibt es im Internet unter: www.begabtenfoerderung.de
In meinem Fall wurden zunächst andere Azubis vorrangig berücksichtigt, da diese noch einen besseren Abschluss hatten. Schließlich wurde ich für das Jahr ausgewählt und in das Stipendiatenprogramm aufgenommen.
Mit der Aufnahme in das Programm erhält man ab dem Tag der Genehmigung drei Jahre lang eine Fördersumme von jährlich 1600 EUR. Diese dient dazu, an Fortbildungen teilzunehmen. Mit dem Geld darf jedoch kein Studium bezahlt werden. Außerdem muss jährlich ein Eigenanteil geleistet werden. Dieser beträgt im Höchstfall 180 EUR.
Von der Idee zur Realisierung
Ich äußerte bei der Bezirksregierung Köln den Wunsch, ein Praktikum in einer englischen Bibliothek zu machen, um meine beruflichen Fremdsprachenkenntnisse zu erweitern. Des Weiteren wollte ich auch die Bibliotheksarbeit in einem anderen Land kennenlernen.
Zunächst musste ich nun in England eine entsprechende Bibliothek suchen und ausrechnen, wie viel Geld ich für diesen Auslandsaufenthalt ungefähr benötigen würde.
Meine damalige Ausbilderin hatte durch Projekte viele Kontakte ins Ausland, unter anderem auch nach Englang. Sie gab mir eine e-mail-Adresse, aber die Person dort konnte mir nicht weiterhelfen. Daraufhin ging ich zur Stadtverwaltung in Hamminkeln. Die Stadt Hamminkeln hat seit einigen Jahren in England eine Partnerstadt namens Sedgefield.
Über die Twinning Association, das ist die Organisation in Sedgefield, die sich um die Partnerschaft kümmert, kam schließlich ein Kontakt zustande. Nach einigen Tagen erhielt ich eine Mail, dass die Bücherei in Sedgefield bereit wäre, mich aufzunehmen. Über eine Teilnehmerin am Partnerschaftsprogramm, Mrs. Edgoose, konnte ich außerdem eine Unterkunft (Bed & Breakfast) finden.
Für die Bezirksregierung in Köln musste ich noch einen Praktikantenvertrag mit der Bibliothek Sedgefield aufsetzen, in dem auch meine Lernziele standen. Das war wichtig, um nachzuweisen, dass es sich um ein Fachpraktikum handelte. Nur so konnte das Praktikum als geförderte Maßnahme zugelassen werden.
Der Auslandsaufenthalt fand vom 5. bis zum 18. Oktober 2008 statt. Ich bereitete mich durch das Wiederholen von Fachvokabular und Grammatik vor. Da ich in der Berufsschule auch Fachenglisch hatte, musste ich vieles nur noch auffrischen.
Als ich am Flughafen ankam, holte mich Mrs. Edgoose ab. Ich kannte sie schon von einem Brunch in Deutschland, da die englische Partnerschaftsgruppe im September 2008 zum Austausch in Hamminkeln war.
Montags brachte sie mich zur Bücherei, dort waren alle Mitarbeiterinnen von Anfang an sehr freundlich und hilfsbereit. Sie freuten sich sehr über meinen Besuch, da sie bisher noch keine Praktikanten aus Deutschland hatten.
Vom Bookstore in die Bücherei
Die Bücherei in Sedgefield umfasst rund 13100 Medieneinheiten. Sie verfügt über einen Bücherbus, in diesem sind weitere 2000 Medieneinheiten untergebracht. Sowohl die Bücherei als auch der Bücherbus gehören zu einem Bibliotheksverbund der Grafschaft Durham. Dem Verbund sind 40 Bibliotheken mit wieteren vier Bücherbussen angeschlossen.
Außerdem gibt es im nahe gelegenen Sevenhill einen Bookstore. Dies ist eine Halle, in der die Medien eingearbeitet werden. Rechnungen werden dort ebenfalls bearbeitet. Die Schulen können außerdem in einigen Räumen Bücher auswählen, die sie für ihre Schulbibliothek kaufen möchten. Sie hatten dort auch Instrumente, ausgestopfte Tiere und Statuen von berühmten Leuten, die man ausleihen konnte. Es gibt außerdem ein Archiv für Bücher, die selten ausgeliehen werden. Im Bookstore werden auch Medienkisten für die einzelnen Bibliotheken gepackt, die dann per LKW im Verbund ausgefahren werden. Die Bibliotheken schicken sich untereinander Bücher zu , wenn dies von Benutzern gewünscht wird.
Der gesamte Verbund arbeitet mit dem EDV-System "Halycon". Dieses System ist meiner Meinung nach sehr anwenderfreundlich. Es gibt verschiedene Buttons, auf denen die jeweiligen Funktionen stehen, zum Beispiel "Renew" für Verlängerung oder "Borrow" für Ausleihe. Der überwiegende Teil der Bibliotheken in England hat die Dewey-Dezimalklassifikation als Ordnungssystem, auch die Bibliotheken in der Grafschaft Durham.
Ich arbeitete vor allem an der Ausleihtheke. Dort übernahm ich die Ausleihe und die Rückgabe, erteilte Auskünfte und bearbeitete Vormerkungen sowie Anmeldungen und erledigte das Einstellen von Büchern. Des Weiteren durfte ich auch bei Veranstaltungen zuschauen, die sowohl in der Bibliothek als auch außerhalb stattfanden.
Für Kleinkinder gab es zum Beispiel eine Veranstaltung mit dem Titel "Tickle Time". To tickle bedeutet kitzeln. Die Eltern machten mit den Babies verschiedene Fingerspiele. Für die Kinder im Alter von drei bis fünf Jahren gab es dann die sogenannten "Rhyme Time". Dabei wurden verschiedene Lieder gesungen und das Ganze mit Bewegung verbunden. Es wurden außerdem Bilderbücher vorgelesen und dazu gebastelt.
Eine Mitarbeiterin ging auch einmal wöchentlich in die Nursery School und in die Primary School und las dort ebenfalls für die Kinder Bilderbücher vor.
Wenn der Bücherbus durchs Land rollt
Zweimal fuhr ich im Bücherbus mit. Der Bus fuhr jeden Tag durch viele kleine Orte. Sobald eine Person nur eine Meile von einer Bücherei entfernt wohnt, kann sie die Bücherei bitten, den Bücherbus vorbeizuschicken. Auf diese Weise fuhren wir auch zu einzelnen Häusern. Es gab aber auch feste Haltestellen, so wie es in Deutschland üblich ist. Wir hielten uns im Höchstfall nur eine halbe Stunde an einem Ort auf. Es kamen vor allem ältere Leute in den Bücherbus. Der Fahrer ging sogar teilweise in die Häuser und holte beziehungsweise brachte den Leuten Bücher, wenn sie nicht mehr gut gehen konnten. Ich fand es sehr interessant, so einen Service kennenzulernen, da ich dies vom Bücherbus in Deutschland bisher nicht kannte.
Meiner Meinung nach ist ein Praktikum sehr nützlich, um die Sprache besser zu lernen, und es ist auch interessant und hilfreich, die Bibliotheksarbeit in einem anderen Land kennenzulernen.
Iris Bollwerk, Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste in der Stadtbücherei Hilden.
EU-Bildungsprogramme für den Austausch in der beruflichen Bildung
Auszubildende in NRW haben die Möglichkeit, mit organisatorischer und finanzieller Unterstützung der GEB (Geschäftsstelle für EU-Projekte und berufliche Qualifizierung der Bezirksregierung Düsseldorf) oder einiger anderer Organisationen Praktika im Ausland zu machen
Folgende Informationen sind dabei für unseren Bildungsgang wichtig:
- für mehr als drei Auszubildende können Fördermittel bis jeweils Ende Januar der nächsten Jahre (2008 bis 2013) über die GEB beantragt werden. Die Teilnahme am Projekt sollte dann innerhalb von 2 Jahren nach Antragstellung realisiert werden.
- für weniger als drei Auszubildende können Einzelanträge zu jeder Zeit, also ohne Frist, an die GEB gestellt werden.
- Die Auslandspraktika müssen mindestens 3 Wochen dauern, um förderungswürdig zu sein.
- Um ein Projekt beantragen zu können, muss mindestens ein Partner im Ausland (Betrieb, Schule usw)., der unsere Auszubildenden aufnimmt, benannt werden.
- Bei der Antragstellung sind die Mitarbeiter der GEB gern behilflich.
- Bei der Suche nach Betrieben und Einrichtungen im Ausland sollten die Auszubildenden selbst aktiv werden. Folgende Tipps können Denkanstöße für die Suche sein: z.B.
- Berufsverbände und Kammern ansprechen oder
- Betriebe in der Partnerstadt des Ausbildungsbetriebs, des Wohnorts oder der Schule kontaktieren. Kontakte zu den Partnerstädten lassen sich oft gut über die hiesigen Stadtverwaltungen herstellen.
- Für Frankreich gibt es die Möglichkeit, zunächst einen Partner über die GEB zu finden (besonders Lycees Professionelles; viele Ausbildungen finden in Frankreich in Vollzeitbildungsgängen statt), und zwar im Raum Aix-en-Provence/Marseille. Die GEB hat dorthin gute Kontakte.
- Die Höhe der Förderung hängt vom Land ab, in dem das Praktikum stattfindet. Eine Liste mit den Fördersätzen für die einzelnen EU-Länder kann man von der GEB bekommen..
Eine Finanzierung von Auslandspraktika in Frankreich bietet sich auch über das Deutsch-Französische Sekretariat für den Austausch in der beruflichen Bildung an:
DFS/SFA - Deutsch-Französisches Sekretariat für den Austausch in der beruflichen Bildung
Am Ludwigsplatz 6-7
D-66117 Saarbrücken
Tel: +49(0) 681/501 11 80
Fax: +49 (0) 681/501 12 13
MAIL ans DFS/SFA
Auf der Homepage findet man Beispiele für den Austausch in der beruflichen Bildung sowie Infos über
- Praktikumssuche
- Sprachkenntnisse
- Bewerbung, Lebenslauf und Vorstellungsgespräch
- Unterkunft
- Anreise
- Landesinformationen
- Literaturhinweise
- inWent Informationen
Die Vermittlung von jungen Leuten, die ihre Ausbildung abgeschlossen haben und a) entweder sowieso ein paar Monate Auslandsluft schnuppern wollen sowie b) die hier noch keinen Job gefunden haben und ihre Chancen auf einen Arbeitsplatz durch einen Auslandsaufenthalt verbessern wollen, ist Sache der Bundesagentur für Arbeit. Sie bezuschusst Arbeitslose z.B. durch Übernahme der Fahrtkosten zur neuen Arbeitsstelle ins Ausland u.ä. Genaue Informationen erteilen a) die Arbeitsagenturen und b) EURES (europäische Arbeitsvermittlung, Homepage im Internet, EURES-Beratungsstellen bei vielen Zweigstellen der Arbeitsagenturen.








































